Ausgerechnet heute muss der Gerichtsrat Walter zur Inspektion kommen, ausgerechnet an einem Tag, an dem sich Dorfrichter Adam in einem äußerst desolaten Zustand befindet. Weder die Kopfverletzungen noch den Verlust seiner Perücke kann Adam seinem Schreiber Licht am Morgen glaubhaft erklären, weiß er doch selbst nicht so recht, wie es zu dem Sturz und den Blessuren kam. So bleibt Dorfrichter Adam nichts anderes übrig, als in Gegenwart seines Vorgesetzten kahlköpfig Gerichtstag zu halten.
Zu allem Unglück beschert ihm das Schicksal auch noch einen heiklen Fall: In der Gerichtsstube erscheint die streitbare Frau Marthe Rull mit ihrer Tochter Eve und einem zerbrochenen Krug. Dieses Gefäß am gestrigen Abend in der Kammer ihrer Tochter beschädigt zu haben, beschuldigt Frau Marthe den ebenfalls anwesenden Ruprecht, Eves Bräutigam. Ruprecht bestreitet dies heftig und deutet an, dass nicht nur der Krug, sondern auch die Hochzeit ein Loch bekommen habe. Zur Verwunderung der Anwesenden bleibt ausgerechnet Eve, die Aufklärung in dieses Durcheinander bringen könnte, schweigsam ...

Kleists Lustspiel „Der zerbrochne Krug“ ist nicht mehr aus dem Repertoire der klassischen Komödien wegzudenken; ein Stück, von dem schon Friedrich Hebbel sagte, dass seit Shakespeares Falstaff im Komischen keine Figur geschaffen worden sei, die dem Dorfrichter Adam auch nur die Schuhriemen auflösen dürfte.

Pressestimmen:
"Ein überdimensionaler Misthaufen, darauf ein paar dreckige Dielen und ein Lokus, das Ganze in Schräglage - her stinkt etwas bis zum Himmel, und die Welt scheint aus den Fugen geraten. (...) - diesen mehrdeutigen Bildern zu folgen, bereitet Vergnügen." (StZ)

"... sehenswert: Der Darsteller Michael Hiller gibt seinem Dorfrichter Adam ein besonders unmenschliches Format der Infamie. (...) Genüsslich (...) untersucht Regisseur Volkmar Kamm, wie sich der fäkale Morast von Doppelmoral, und Rechtsbeugung aus Kleists dörflicher Enge ins Heute ausbreitet. (...) Eine gelungene darstellerische Leistung." (StN)

"Das Produktionstraumpaar Volkmar Kamm und Konrad Kulke hat einen derben, einen urkomischen Kleist auf die garstig glitschigen Bretter gestellt. Und ein duch die (Holz-)Bank bravouröses Ensemble gefunden für diesen Streich - die perfekte Posse." (Bietigh. Ztg.)

"...bemerkenswerte Inszenierung... (...) so entsteht ein fröhliches Treiben rund um den Schwerenöter, den Hiller sehr nuanciert zeigt." (Ludwigsb. Kreisztg.)

  1. November bis 15. Dezember 2012
Besetzung