Die eigene Zunge kann man nicht schmecken, und Überzeugungen werden nur innerhalb der eigenen Verstandesgrenzen gewonnen. Wir besitzen nicht die Freiheit, uns vom eigenen Denkapparat loszusagen. Dadurch bleibt uns eine Außenperspektive gewöhnlich verwehrt. Wie kommt es aber, dass wir dennoch immer wieder darauf beharren, unsere Wahrnehmung der Welt sei die einzig richtige? Mit großer Leidenschaft definieren Menschen ihre politischen und moralischen Positionen. Hierbei suchen wir meist nicht die angstfreie Auseinandersetzung mit anderen Haltungen, sondern nur die Bestätigung unserer eigenen. Im Internet verstärken Algorithmen die Blase, in der wir leben. Die Psychologie spricht von einem unbewussten Bestätigungsfehler.

Eine Produktion des Badischen Staatstheaters Karlsruhe

Fotos: Felix Grünschloss