Eine Provokation am israelischen Unabhängigkeitstag – gemeinsam mit ihrem arabischen Freund Adnan demonstriert die junge Palästinenserin Samira auf einem Uni-Fest gegen die Luftangriffe auf Gaza. Jüdische Studenten greifen daraufhin ein und schlagen Samira krankenhausreif. Adnan kann entkommen und bleibt verschwunden, doch David, einer der Studenten, der an der Schlägerei beteiligt war, besucht die Verletzte im Krankenhaus. Und stellt Fragen...
Der Film zum Vorfall – der jüdische Regisseur Benesh hat zusammen mit Samira ein Drehbuch über diese Geschichte geschrieben und verfilmt es mit einem Team aus jüdischen und arabischen Israelis. Ein auch in der Gruppe umstrittenes Projekt, denn nicht nur die israelischen Schauspielerin Dahlia, die im Film Samira darstellt, hat zunehmend inhaltliche Probleme mit ihrer Rolle, sondern auch Fahad, ihr arabischer Kollege. Doch es bleibt wenig Zeit für die politische und menschliche Auseinandersetzung mit dem Konflikt. Er ist bereits kurz vor Abschluss der Filmarbeiten und Benesh steht das angemietete Filmstudio nur noch für wenige Stunden zur Verfügung steht.

1985 schrieb der israelische Dramatiker dieses Stück, das ein unmissverständlicher Appell an die israelische Gesellschaft für einen Kompromiss in der Palästinenserfrage ist. Heute, fast 30 Jahre später, ist Israel – trotz weltweiter Appelle – weiter denn je von einem Kompromiss entfernt und Sobols Stück und die Sprengkraft seiner Aussage ist in einer über die Palästinenserfrage tief gespaltenen Gesellschaft und Weltöffentlichkeit aktueller denn je. Für die Inszenierung an den Schauspielbühnen in Stuttgart hat Joshua Sobol das Stück völlig neu bearbeitet und aktualisiert.

Pressestimmen:
"Im Alten Schauspielhaus spielt diesmal nicht nur ein großes Ensemble, sondern auch ein kulturell herrlich bunt gemischtes, was dem Stück große Authentizität verleiht. Manfred Langner hat dicht und spannend inszeniert, wobei das Stück komplex ist. Wirklichkeit und Fiktion vermischen sich so, wie auch das Private und das Politische sich gegenseitig beeinflussen." (StZ)

"Was das Publikum erlebt, ist Spiel im Spiel. Kontroverse politische Positionen zum Leben in Israel werden vorgeführt, Feindbilder existieren in den Köpfen der Protagonisten, werden aber durch Sobol immer wieder infrage gestellt. Die Absicht des Autors, eine Publikumsverwirrung zu inszenieren, damit sich jeder seine Wahrheit bilden mag, ist auch heute noch grandios." (StN)

  1. April bis 06. Juni 2015