Nach vielen Jahren stattet Claire Zachanassian ihrem Heimatdörfchen Güllen einen Besuch ab. Sie hat es in Amerika zur Multimilliardärin gebracht; Güllen jedoch ist tief verschuldet, und die Einwohner stehen am Rande des Ruins. Claire Zachanassian stellt nun den Güllenern unermesslichen Reichtum in Aussicht - allerdings nur unter der Bedingung, dass zuvor ihr ehemaliger Liebhaber Alfred Ill den Tod findet. Ill hatte sie vor langer Zeit mit einem unehelichen Kind im Stich gelassen und in die Fremde getrieben, und Claire fordert nun Gerechtigkeit.
Güllens Einwohner lehnen das Angebot zunächst entrüstet ab. Doch nach und nach beginnt die Front zu bröckeln, und die Gier nach Geld wird stärker als alle moralischen Hemmschwellen. Alfred Ill muss bald um sein Leben fürchten ...

Das faszinierende Drama um käufliche Moral, geheuchelte Wohlanständigkeit, kollektive Schuld und menschliche Verführbarkeit erzählt - so Dürrenmatt - „eine Geschichte, die sich irgendwo in Mitteleuropa in einer kleinen Stadt ereignet, geschrieben von einem, der sich von diesen Leuten durchaus nicht distanziert und der nicht so sicher ist, ob er anders handeln würde.“
1956 in Zürich uraufgeführt, gehört die „Tragische Komödie“, die die einfache und doch hochbrisante Frage stellt: „Was kostet der Mensch?“, längst zu den Klassikern der modernen Dramatik.

Pressestimmen:
"Vor allem Konrad Kulkes trashig-monumentale Ausstattung dürfte die helle Begeisterung Heranwachsender auslösen. Inmitten dieses genialen Industriegüterfriedhofs donnert der Ruf einer schwerreichen Frau nach Satisfaktion." Eßlinger Ztg.

"Der Regisseur hat dem Stück über die Korrumpierbarkeit einer moralisch verkommenen Gesellschaft die Patina des Gestrigen ausgetrieben und nutzt das Drama für eine beißende und bildstarke Groteske." STN

"Geld oder Leben, das ist die quälende Frage in diesem bitterbösen Spiel, das mit großem Personal und viel Aufwand im Alten Schauspielhaus inszeniert wird. (...) zweieinhalb unterhaltsame Theaterstunden. Großer Beifall beim Publikum. StZ

"Karin Schroeder ist fabelhaft als alte Dame, souverän, verletzt, rachsüchtig. (...) Das Faszinierende an Dürrenmatts Stück von 1955 ist seine Zeitlosigkeit." KULTUR

  1. November bis 11. Dezember 2010