Während draußen lautstark eine Demonstration durch die Straßen zieht, ist drinnen eine Untersuchungskommission zusammengekommen, um den Fall „Michael Kohlhaas“ aufzurollen - in dem eine Lappalie zur Ursache für eine der größten Erschütterungen wurde, die das Staatswesen jener Zeit erlebt hat.
Wo hat sich wer wodurch schuldig gemacht? Wann wäre es klug gewesen, Recht Recht und Willkür Willkür sein zu lassen? Wie hätte man eine weitere Eskalation vermeiden können, damit am Ende nicht aus einem unbescholtenen und redlichen Mann ein Vaterlandsverräter wird?
Den Weg dieser Wahrheitsfindung wollen der Vorsitzende und die Anwälte gehen, um hinter den Fall „Michael Kohlhaas“ zu schauen. Worin besteht dieses Phänomen? Und wie würde heute ein ähnlicher Konflikt gehandhabt werden? Welchen Stellenwert haben ziviler Ungehorsam und Bürgerprotest heute?

Darf ein Mensch Widerstand leisten gegen den Staat? Der Fall „Michael Kohlhaas“, den Heinrich von Kleist 1808 in seiner gleichnamigen Novelle bearbeitet hat, stammt aus dem 16. Jahrhundert, doch steht er immer noch als das Paradebeispiel für einen Menschen, der sich sein Recht gegen jegliche Willkür verschaffen will und sich am Ende selbst schuldig macht. Im Kleist-Jahr 2011 und in Zeiten der Castor-Transporte und Stuttgart 21-Demonstrationen ein spannendes und hochaktuelles Thema.

Pressestimmen:
"Regisseur Volkmar Kamm gelingt eine kongeniale Mélange aus Mittelalter und Moderne." Bietigheimer Ztg.

  1. November bis 10. Dezember 2011