Zampano ist Schausteller und verdient sein Geld mit Auftritten auf Marktplätzen. Da er gerade seine Assistentin Rosa verloren hat, kauft er für 10.000 Lire deren Mutter die zweite Tochter, die junge und naive Gelsomina, ab. Fortan muss diese mit dem schweigsamen und grobschlächtigen Mann von Ort zu Ort ziehen und ihm bei seinen artistischen Vorführungen zur Hand gehen.
Gelsomina wird von Zampano nicht wie ein Mensch und schon gar nicht wie ein weibliches Wesen behandelt. Widerspruch duldet er nicht. Auch hat sie klaglos auf die Weiterfahrt zu warten, wenn er sich mit Frauen vergnügt. Und obwohl Gelsomina von seinem Verhalten nicht angetan ist, fasziniert Zampano sie. Zudem verliert sie immer mehr ihre Angst vor ihm; versteht sie doch, dass Zampano ein Mensch ist, der nicht denkt, sondern nur über Muskeln verfügt. Mit der Zeit akzeptiert Gelsomina Zampano so wie er ist, und beide ziehen weiter durch das Land, bis sie eines Tages den jungen Artisten Matto treffen, der sich für Gelsomina interessiert und ein erklärter Feind von Zampano ist ...

Mit seinem Film „La Strada – Das Lied der Straße“ begründete der Regisseur Federico Fellini Mitte der 50er-Jahre des 20. Jahrhunderts seinen Weltruhm und machte seine Ehefrau, die Schauspielerin Giulietta Masina, in der Rolle der Gelsomina bekannt.

Gerold Theobalt (u.a. Autor des Fritz-Bauer-Stücks „Alles was Recht ist“) hat aus dem Drehbuch dieses Welterfolgs ein Theaterstück erarbeitet und bringt diese beiden faszinierenden Figuren, Gelsomina und Zampano, auf die Bühne.

Pressestimmen:
"(...) Stephan Bruckmeiers Inszenierung überzeugt. Zum einen ist es jene Kargheit, in der die Traurigkeit all dieser Zirkusexistenzen berührend zum Ausdruck kommt. (...) Die fellinesken, schwebenden Klänge der Musik von Gerd Schuller unterstreichen perfekt das Bühnengeschehen.(...) - besonders anrührend in den letzten Minuten." (StZ)

"(...) beeindruckende Dramatisierung (...) eine gleichermaßen feinsinnige wie kraftvolle theatralische Studie über die Macht der Armut." (StN)

"Gekonnt rührt das Alte Schauspielhaus (...) an die Gefühle der Zuschauer. (...) Da stimmt einfach alles: die Kulissentanke, die sich aus dem Bühnenhimmel löst, die Patina der Pastelltöne, die teils mehrfach besetzten Nebenrollen... (...) Ganz großartig: Wolfgang Seidenbergs Zampano personifiziert das Urbild männlicher Potenz und emotionaler Armut." Bietigh. Ztg.)

"Fellinis 'La Strada' wird im Alten Schauspielhaus zu einem starken Stück." (Ludwigsb. Kreisztg.)

  1. Juni bis 21. Juli 2012